Der Optionshandel

Wenn man erstmal die ersten Erfahrungen mit Aktien gesammelt hat will man irgendwann immer mehr. Als etwas fortgeschrittener Investor kann man dann irgendwann auf Aktienoptionen aufmerksam werden.

Hier ist die Hürde einzusteigen aber zumindest meinem Gefühl nach deutlich höher als bei Aktien. Alles was man liest sieht auf den ersten Blick einschüchternd und relativ kompliziert aus.

In diesem Segment möchte ich ein bisschen darauf eingehen, dass Optionen handeln gar nicht so mysteriös ist und wenn man es richtig macht auch kein größeres Risiko hat als Aktien selbst zu handeln.

Ich möchte dabei hier hauptsächlich genug Informationen geben, damit du mit dem Optionshandel loslegen kannst. Denn aktiv handeln bringt hier wie immer deutlich mehr als nur darüber lesen.

Dennoch empfehle ich hier als weiterführende Lektüre zwei Bücher. Einmal von Jens Rabe Optionsgewinne mit System: Wie jeder an der Börse mit Optionen Geld verdient* und das inhaltlich sehr ähnliche Buch von James Cordier The Complete Guide to Option Selling: How Selling Options Can Lead to Stellar Returns in Bull and Bear Markets*.

Alle Artikel zum Thema Optionshandel im Überblick

Hier ein Überblick über die Artikel zum Thema Optionshandel

Wie ich Optionen handle

Ich verwende Optionen hauptsächlich um mir ein zusätzliches Einkommen aufzubauen. Der handel mit Optionen ist von Natur aus aber eher Spekulativ.

Call Optionen beispielsweise sind ein guter Weg höher gehebelt Aktien zu kaufen. Man kann hier von der Rendite von 100 Aktien auf einmal profitieren ohne die Aktien kaufen zu müssen. Bei seinem Broker muss man jedoch nur eine kleine Sicherheit hinterlegen.

Dennoch verfällt der überwiegende Teil (Manche zitieren hier 80%) aller Aktienoptionen wertlos. Es ist nicht so einfach vorherzusagen wann genau eine Aktie um wie viel steigt.

Um damit regelmäßig und verlässlich ein Einkommen zu erwirtschaften müssen wir also eine andere Position einnehmen. Wenn der überwiegende Teil aller Optionen wertlos verfällt deutet es sich schon an, dass die Seite des Verkäufers hier für uns interessanter ist. Beim Roulette spielen gewinnt über lange Zeit ja auch immer das Casino.

Warum ich lieber Optionen verkaufe

Stellt euch einmal vor ihr seid in einem Casino am Roulette Tisch. Ihr könnt euer ganzes Geld darauf setzen, dass eine bestimmte Zahl fällt. Fällt genau diese Zahl macht ihr Gewinn ansonsten verliert ihr und eure Wette wird wertlos. Klingt für die meisten Menschen nicht nach einem besonders tollen Szenario.

Stellt euch aber mal vor ihr könntet das Casino sein. In den allermeisten Fällen wird nicht die Zahl fallen, auf die der Spieler setzt und die Wetten werden Wertlos verfallen. Alles was bleibt sind die Wetteinsätze, die alle ihr einstreicht. Klar ab und zu mal gewinnt auch der Spieler aber durch die große Masse an Wetten die zu euren Gunsten ausfallen gewinnt auf lange Zeit immer ihr.

Schade, dass man nicht einfach ein Casino besitzen kann oder? Naja dann müssten wir uns auch um die ganzen Ausgaben und Regulierungen und Werbung kümmern. Nein, das ist alles viel zu kompliziert. Wir können das gleiche an der Börse auch leichter haben. Wie habt ihr wahrscheinlich schon erraten. Indem wir Aktienoptionen verkaufen.

Wir haben gerade schon besprochen, dass die allermeisten Optionen wertlos verfallen. Alles was wir jetzt noch tun müssen ist davon zu profitieren!

Um auch technisch im Detail zu verstehen wie wir mit den Aktienoptionen Geld verdienen müssen wir uns einmal den Wert der Aktienoptionen genauer angucken.

Wir unterscheiden bei Optionen zwischen dem inneren Wert und dem Zeitwert der Option. Der innere Wert ist der Wert den die Option hätte wenn heute der Verfallstag wäre.

Für eine Put Option bedeutet das also:

  • Innerer Wert = Kurs des Basiswerts – Strike Preis

Für eine Call Option bedeutet das:

  • Innerer Wert = Strike Preis – Kurs des Basiswerts

Der innere Wert der Option ist dabei aber immer größer oder gleich 0. In den allermeisten Fällen wenn unsere Strategie aufgeht wird er dabei gleich 0 sein.

Zusätzlich hat die Optionen einen Zeitwert, der dadurch bestimmt wird, dass wir nicht wissen wie sich der Basiswert weiter entwickelt. In unserer Roulette Analogie ist das der Wetteinsatz, der dafür steht, dass wir noch nicht wissen welche Zahl fällt.

Nach dem Black-Scholes-Modell wird der Preis der Option maßgeblich davon beeinflusst wie hoch die Volatilität (die Schwankung) des Basiswerts ist und wie lang die Restlaufzeit der Option ist. Am Verfallstag der Option ist der Zeitwert immer 0 und der gesamte Wert der Option ist durch den inneren Wert gegeben

Da wir Optionen verkaufen, die zu Beginn keinen (und zum Verfallstag hoffentlich auch keinen) inneren Wert haben müssen wir eigentlich nicht weiter tun als zu ab zu warten bis der Zeitwert verfällt. Oder in der Roulette Analogie gesprochen. Wir müssen nur noch die Kugel rollen lassen und uns den Wetteinsatz einstecken.

Welche Optionen ich verkaufe

Ich möchte die Optionen zu einer Prämie verkaufen und sie dann wertlos verfallen lassen. Wir haben oben schon besprochen, dass die meisten Optionen wertlos verfallen. Wenn ich die Optionen, die ich verkaufe allerdings geschickter auswähle bin ich davon überzeugt, dass ich die Quote der Optionen die verfallen noch weiter steigern kann.

Ich verkaufe hier also ausschließlich Optionen bei denen der Strike Preis weit vom aktuellen Preis des Basiswerts entfernt ist.

Als Beispiel nehme ich hier einen Put auf Wirecard. Während die Aktie bei 95€ notiert verkaufe ich einen Put auf zum Strike Preis 28€. Das bedeutet wenn Wirecard unter 28€ fällt bis zum Verfallstag muss ich die Aktien unter Umständen zu 28€ pro Stück kaufen. Dafür bekomme ich eine Prämie von 450€.

Da es sich hierbei immer um 100 Aktien handelt können mir am Ende 100 Aktien zum Preis von insgesamt 2800€ ins Depot eingebucht werden. Die 450€ Prämie für die Option darf ich aber auf jeden Fall behalten. Einen Verlust mache ich mit diesem Handel also nur wenn Wirecard unter 23,50€ fällt. Zu den 95€ ist das noch ein ganz komfortabler Abstand.

Natürlich übernimmt man hier ein Risiko für das man mit der Prämie entlohnt wird. Wenn ich aber Wirecard schon am Anfang zum Preis von 95€ gekauft hätte wäre das Risiko und die Verluste deutlich größer gewesen.

Wir machen mit Optionen also Gewinn, weil wir überzeugt davon sind, dass es leichter ist vorherzusagen wo der Kurs der Aktie nicht hin geht als vorherzusagen wo er sich hin entwickelt in einem bestimmten Zeitrahmen.

Nachdem wir jetzt viel über Optionen allgemein geredet haben kommen wir im nächsten Artikel zum Thema Optionsstrategien.

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