Warum sollte ich überhaupt in Aktien investieren?

Die meisten die hier auf dem Blog gelandet sind müssen wahrscheinlich nichtmehr groß überzeugt werden, dass man Geld investieren sollte. Wir sind alle in der Situation, dass wir uns privat um unsere Altersvorsorge kümmern müssen.

Die große Frage ist jetzt: Warum sollte ich das mit Aktien oder ETFs tun?

Um diese Frage zu beantworten will ich heute mal ein bisschen in die Vergangenheit gehen. Im August 2015 habe ich als junger Student einen Riestervertrag abgeschlossen. Ich hatte einen 450€ Nebenjob und war fasziniert davon nur 5€ einzahlen zu müssen und 154€ staatliche Zulagen zu bekommen. Mittlerweile bekommt man sogar 175€ Zulagen. Das entspräche einer Förderquote von rund 75%. Das soll heißen 75% von dem was ich in meinen Riestervetrag einzahle kommt vom Staat und nur 25% kommen von mir.

Ich war so begeistert, dass ich kurz überlegt habe wie viel Geld ich zur Verfügung habe. Nach kurzem überlegen habe ich mich dann entschieden, dass ich sogar 50€ monatlich einzahle, weil die Rendite sicher besser ist als der Zinssatz auf meinem Girokonto. Ohne, dass ich es wirklich gemerkt hatte ist meine Förderquote hier schon auf 23% gesunken. Aber gut Förderung ist immernoch besser als keine Förderung. Dachte ich.

Ich will hier nicht weiter auf die Zusätzlichen Bedingungen eingehen, die an einen Riestervertrag geknüpft sind wie, dass man im wesentlichen nur im Alter sinnvoll an sein Geld kommt. Ich will mir hier erstmal nur die reinen Zahlen angucken. Ich habe nachdem ich 2019 festgestellt habe, dass sich mein Riestervertrag nicht ansatzweise so gut entwickelt hat wie erwartet meine Sparrate erstmal gesenkt auf 15€. Bis dahin habe ich aber 50€ pro Monat eingezahlt.

Wie hat sich also mein Riestervertrag entwickelt? An dieser Stelle möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass es hier nur um meinen konkreten Vertrag geht. Ich kann nicht für alle sprechen aber ich gehe davon aus, dass die Situation bei den meisten ähnlich sein wird.

Entwicklung meines Riestervertrags über 5 Jahre.

Erstmal sieht die Entwicklung überhaupt nicht so schlecht aus. Mit ein bisschen Fantasie kann man sich vielleicht sogar vorstellen wie die Kurve exponentiell wächst und ich damit immer mehr Kapital aufbaue.

Vergleichen wir das ganze aber mal mit einem ETF. Als Vergleich habe ich den IShares MSCI ACWI ETF gewählt. Die Kursentwicklung bei diesem ETF über die letzten Jahre sah wie folgt aus:

Kursentwicklung des MSCI ACWI ETF über die letzten 5 Jahre.

Hier sieht man schon einiges an Schwankungen. Vor allem um Weihnachten 2018 ging es dann auch mal richtig runter und man hat ordentlich an Wert verloren. Auf der anderen Seite konnte man zu diesem Zeitpunkt mit dem Sparplan auch günstig Anteile kaufen.

Wenn ich jetzt annehme, dass ich am gleichen Tag im August 2015 auch einen Sparplan auf diesen MSCI ACWI angefangen habe, dann kann ich vergleichen wie sich mein Depotwert entwickelt hat. Ich nehme dafür an, dass die Sparrate genau die gleiche ist. Jeden Monat zur mitte des Monats kaufe ich Anteile an dem ETF für 50€ bis Ende 2019. Ab da kaufe ich nurnoch für 15€ Anteile an dem gleichen ETF, damit es fair bleibt.

Zusätzlich habe ich angenommen, dass ich den ETF ohne zusätzliche Ordergebühren kaufen kann. Es gibt mehrere Broker bei denen das aktuell möglich ist also sehe ich diese Annahme als gerechtfertigt an.

Unter diesen Annahmen zeigt sich folgendes Bild:

Entwicklung des ETF Depots.

Man sieht an den Absoluten Zahlen schon hier, dass sich der ETF deutlich besser entwickelt. Im direkten Vergleich mit dem Riestervertrag ist das aber nochmal deutlicher. Hier habe ich dann auch als Vergleich eingefügt wie viel Geld ich hätte wenn ich das Geld auf dem Girokonto liegen gelassen hätte.

Vergleich eines Sparplans auf den MSCI ACWI mit Einem Girokonto und meinem persönlichen Riestervertrag

In diesem vergleich sieht man einiges. Der Wert auf dem Girokonto wächst ohne Zinsen einfach linear an. Ende 2019 gibt es einen Knick, weil sich meine Sparrate verändert.

Der Wert des Riestervertrags wird gerade am Anfang durch hohe Abschlusskosten und weiter Gebühren gedrückt. Gegen Ende 2019 holt er allerdings das Girokonto ein. Von hier an wird der Riestervertrag vermutlich auch besser laufen als das Girokonto, da es da ja überhaupt keine Rendite bringt.

Der ETF Sparplan ist aber hier der klare gewinner. Der Wert des Sparplan Depots schlägt den Riester und das Girokonto deutlich. Und erstaunlicherweise liegt der Wert sogar fast die ganze Zeit über dem des Girokontos. Also selbst wenn der ETF kurs mal geschwankt hat hatte ich immer so viel wie wenn ich das Geld einfach auf dem Konto liegen lasse.

Die Endstände nach der Zeit sind damit 2510€ für das Girokonto, 2417€ für den Riestervertrag und 3229.39€ für den ETF Sparplan. Ich hätte also am Ende rund 800€ mehr wenn ich das gleiche Geld in den ETF angelegt hätte. Für mich als Student ist das schon eine ganze Menge Geld.

Fazit:

Abschließend muss man sagen, dass der Zeitraum der Studie hier relativ Kurz war. Auf lange Sicht wären die Unterschiede noch deutlicher ausgefallen. Da ist dann offensichtlich, dass das Geld auf dem Girokonto liegen lassen eigentlich keine wirkliche Option ist.

Der Riestervertrag ist hier auf Sicht über mehr als 5 Jahre auch nicht unbedingt schlecht und sicher besser als das Geld auf dem Girokonto zu lassen. Man muss allerdings bedenken, dass daran einige Bedingungen geknüpft sind und man zum Beispiel an das Geld in einem Riestervertrag nicht einfach ran kommt.

Mir ist natürlich bewusst, dass der Vergleich nicht besonders fair ist. Bei einem Riestervertrag muss die Gesellschaft garantieren, dass am Ende mehr Geld drin ist als ich eingezahlt habe. Diese Garantie habe ich bei dem ETF nicht. Ich weiß aber auch nicht ob ich diese Garantie wirklich brauche. Wie man sehen kann hatte ich selbst auf sehr kurze zeit fast immer mehr Geld in dem ETF Depot als ich eingezahlt habe. Bei einem längeren Anlagehorizont wird der ETF also verglichen mit den beiden anderen Anlagemöglichkeiten keine wirklichen Nachteile haben.

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